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Holger Klukas
Holger Klukas

Zwei Fragen an Holger Klukas

Holger Klukas ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Gallin-Kuppentin in Mecklenburg-Vorpommern. 

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?  

Für mich bedeutet freiwilliges Engagement, mich aktiv für das Wohl von Menschen in meinem direkten Umfeld einzusetzen. In meiner Jugend habe ich schon gelernt, dass es wichtig ist, auch den „Nachbarn“ mitzunehmen. Ich kann nicht tolerieren, dass es einige wenige gibt, die es sich auf Kosten der Gesellschaft, vielleicht weil sie mit einem „Goldenen Löffel“ geboren wurden,  gut gehen lassen und dass fleißige,  strebsame, ehrliche und gutmütige Menschen von diesen Leuten vielfach missbraucht werden. Ich bin nicht gläubig, aber der Meinung, dass Frieden, Toleranz, Achtung vor der Natur und der Wille zur Entwicklung wichtigere Ziele im Leben sind als das Mehren von Besitz. Bei der Verbesserung der Lebensumstände in meinem direkten Lebensumfeld aktiv mitzuarbeiten, das ist mir ein wichtiges Anliegen.  

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?  

Zu selten gibt es auf dieser Welt Gerechtigkeit. Das habe auch ich bitter erfahren müssen. Um diesen Missstand auszugleichen, und wenn auch nur ein Stückchen, möchte ich mich engagieren. „Ehrenamtler“ sind frei von politischen, moralischen, finanziellen  und sonstigen Zwängen. „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe…“ Dahinter steht leider eine große Wahrheit. Meine Intention ist es, mein direktes Umfeld auf verschiedenen Gebieten positiv zu verändern. Als ehrenamtlicher Bürgermeister sind alle anfallenden kommunalen Probleme Bestandteil meiner Tätigkeit. Dazu gehören zum Beispiel Betreuung von Senioren, Kontaktpflege mit Wirtschaftsunternehmen, Grundstücksangelegenheiten, Information der Bürger, Kinderbetreuung, Baumaßnahmen und vieles mehr. Ich  bin für die „kleinen“ Sorgen der Bürger genauso da wie für die Festlegung der Strategie der Gemeindeentwicklung. Eine besondere Herausforderung liegt derzeit in der Entwicklung unserer Gemeinde zu „Bioenergiedörfern“. Wir sind im Prozess der Vorbereitung und Information der Bürger. Ich sehe das als große Herausforderung, denn dieser Prozess erfordert Verständnis jedes Einzelnen und viel Aufklärungsarbeit.    

Als Hartz IV-Empfänger traf Holger Klukas auf gravierende Schwierigkeiten mit der ARGE im Zusammenhang mit der Aufwandsentschädigung, die ihm für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Bürgermeister zur Verfügung gestellt wird. In der Schweriner Volkszeitung wurde sein Problem bereits intensiv thematisiert. Mehr

Otmar Heirich
Otmar Heirich

Zwei Fragen an Otmar Heirich

Otmar Heirich ist Oberbürgermeister der Stadt Nürtingen in Baden-Württemberg. Die Bürgerkommune Nürtingen gehörte zu den Preisträgern des Deutschen Engagementpreises 2009.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Freiwilliges Engagement hat für mich und Nürtingen eine sehr große Bedeutung. Nahezu 50 Prozent unserer Einwohner bringen ihre Fähigkeiten zum Nutzen aller ein und haben wesentlichen Anteil daran, unsere Bürgerkommune voranzubringen. Bei uns werden Betroffene zu Experten gemacht. Die Forenarbeit, wie beispielsweise die des Forums Sicheres Nürtingen oder des Forums Interkulturell, haben wir erst kürzlich in unserer Geschäftsordnung verankert. Je früher Bürger an Entscheidungen beteiligt werden, desto transparenter wird Kommunalpolitik und desto größer auch die Akzeptanz für Entscheidungen. Wer sich in seiner Kommune engagiert, identifiziert sich auch ganz stark mit ihr und solche Bürger brauchen wir in Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften droht.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Wir machen uns gemeinsam mit anderen Kommunen in Deutschland auf den Weg zur Bürgerkommune. Das Zusammenwirken von Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft schafft ein Klima der guten Gemeinschaft, mit dem wir den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft gerecht werden wollen. Die Veränderungen im Altersaufbau und das Zusammenleben verschiedenster Kulturen machen es mehr denn je notwendig, Bürger mit all ihren Fähigkeiten und Talenten als Koproduzenten auf Augenhöhe gesellschaftlich zu beteiligen – und daran arbeiten wir. Die Vision Bürgerkommune rückt täglich näher. Es dreht sich nicht mehr nur um ein bisschen Ehrenamt, sondern um eine Bewegung, bei der in Deutschland bereits über 23 Millionen Menschen mitmachen.  

Peter Krämer
Peter Krämer

Zwei Fragen an Peter Krämer

Peter Krämer ist Hamburger Reeder und Initiator des Projektes „Schulen für Afrika“.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Freiwilliges Engagement ist für mich mitreden und einmischen: Politik ist nicht Sache allein von Regierungen, die für uns die Politik machen, sondern wir machen selber Politik. Jeder einzelne hat die Chance, Themen zu setzen und in die Öffentlichkeit zu bringen. Ich sehe es als Pflicht, Missstände zu thematisieren und sich dafür einzusetzen, sie zu verbessern.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
Unser konkretes Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 jedem afrikanischen Kind einen Platz in der Schule zu ermöglichen. Denn Bildung ist die erste Grundvoraussetzung zur Demokratie, der Schlüssel für jede Form von Wohlstand und wirtschaftlichem Wachstum und das beste Mittel im Kampf gegen Krankheiten. Wir geben inzwischen weltweit für Rüstungsausgaben rund 1.100 Milliarden US-Dollar jährlich aus. Für einen Bruchteil von diesem Betrag kann jedes Kind auf der Welt zur Grundschule gehen. Es fehlt nur der politische Wille. Das heißt, das Millenniums-Entwicklungsziel ist sehr realistisch, wir müssen uns nur entscheiden.

Hinter „Schulen für Afrika“ stehen drei starke Partner: der Initiator Peter Krämer und seine Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts, UNICEF sowie Schirmherr Nelson Mandela und seine Stiftung. Mehr zum Projekt unter: www.schulenfuerafrika.de

Anna Vikky
Anna Vikky

Zwei Fragen an Anna Vikky

Anna Vikky ist Studentin der Zahnmedizin und Mitbegründerin der Organisation 2aid.org.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Dich?
Wir haben in Deutschland einen hohen Lebensstandard, der für den Großteil der Menschen auf dieser Erde leider nicht selbstverständlich ist. Unsere materiellen und zeitlichen Ressourcen sollten wir für diejenigen einsetzen, die Hilfe brauchen. Kurz: Wer Spass am Leben hat, kann sich auch engagieren. Via Internet können Engagierte heute binnen von Sekunden eine breite Öffentlichkeit erreichen und Mitstreiter mobilisieren. Dies ist eine ideale Basis, um die breite Öffentlichkeit noch stärker für freiwilliges Engagement zu begeistern.

Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Engagement?
Mit der Arbeit von 2aid.org möchten wir zunächst Aufmerksamkeit gewinnen: Unser aktuelles Projektthema ist Wasser – fast eine Milliarde Menschen auf der Welt hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser! Wir setzen aber auch selbst Projekte um und werben dafür um Spenden: Derzeit bauen wir in zwei Gemeinden in Uganda mit einer lokalen Partnerorganisation Brunnen, um dort die Entfernung zu sauberen Trinkwasserquellen auf eine maximale Distanz von einem Kilometer zu reduzieren. Außerdem möchten wir mit 2aid.org jedem eine Möglichkeit bieten, sich von seinem gewohnten Umfeld aus zu engagieren.

Dr. Margot Käßmann
Dr. Margot Käßmann

Zwei Fragen an Margot Käßmann

Dr. Margot Käßmann ist evangelisch-lutherische Theologin und Pastorin

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Allein in meiner Landeskirche mit ihren knapp drei Millionen Kirchenmitgliedern sind mehr als hunderttausend Menschen ehrenamtlich tätig. Sie engagieren sich in Besuchsdienstkreisen, lesen Kindern vor, backen Kuchen für Gruppen und Kreise, organisieren Feste, übernehmen Gottesdienste und vieles mehr. Ohne dieses freiwillige Engagement wäre kirchliches Leben nicht denkbar!

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
Als Landesbischöfin kann ich mein eigenes Tun nicht in hauptamtlich und ehrenamtlich unterscheiden. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich meinen Beruf als Berufung empfinde und da ist das Ziel klar: Gott und den Menschen zu dienen.

Monika Beil
Monika Beil

Zwei Fragen an Monika Beil

Monika Beil ist Diözesanleiterin der Katholischen Jungen Gemeinde München und Freising.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Freiwilliges Engagement füllt unseren Verband erst mit Leben. Gäbe es die Kinder und Jugendlichen nicht, die sich einsetzen, wäre die kjg nicht das, was sie ist – sie wäre ein »leerer« Verband. Durch dieses Miteinander können wir Spaß am Leben sowie uns wichtige Grundwerte vermitteln. Wir geben Freude und bekommen Dankbarkeit zurück.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
In erster Linie wollen wir Kindern und Jugendlichen eine Stimme und ein Zuhause geben. Momentan konzentriert sich unsere Arbeit besonders auf benachteiligte junge Menschen. In Kürze starten wir mit der Vorbereitung unserer »Schultütenaktion« – eine Aktion, um die Grundausstattung von Erstklässlern zu sichern. Unser Name ist Programm: K für katholisch – jungen Menschen den Glauben nahebringen. J für jung – wir setzen uns für junge Menschen ein.
G wie Gemeinschaft – eine wichtige Grundlage unseres Handelns.

Michael Stich

Zwei Fragen an Michael Stich

Der Tennisprofi hat 1994 seine Stiftung für HIV-infizierte Kinder gegründet

Was bedeutet frewilliges Engagement für Sie?
Es ist ein Fundament unserer Gesellschaft. Viele Bereiche, wie Sport oder soziale Einrichtungen, würden ohne nicht funktionieren. Ich engagiere mich, weil ich viel Glück gehabt habe und der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte. Mir gibt das Geben ein Gefühl von Zufriedenheit, von Ausgeglichenheit. Im Grunde ist es ein Kreislauf: Wer gibt, bekommt immer etwas zurück.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Stiftung?
Wir wollen HIV-infizierten Kindern ein Lachen schenken. Deshalb erfüllen wir ihre kleinen persönlichen Wünsche. Zudem betreiben wir Aufklärung und Prävention im Bereich HIV und AIDS, zum Beispiel mit Fachkongressen, Seminaren und einem Schulprojekt. Bislang haben wir mehr als drei Millionen Euro an die betroffenen Kinder weitergeben können.

Christiane Edler, Sozialpädagogin

Zwei Fragen an Christiane Edler

Die Sozialpädagogin hat im Jahr 2007 das ambulante Kinderhospiz "Berliner Herz" gegründet

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Nur durch freiwilliges Engagement können Einrichtungen wie Kinderhospize überhaupt existieren. Viele unserer Helfer sehen ihre Tätigkeit als ein Geben und Nehmen. Sie schenken den Familien Zeit und Kompetenz. Dafür erhalten sie Zufriedenheit, Dankbarkeit und Vertrauen.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Einrichtung?
Das ambulante Kinderhospiz »Berliner Herz« unterstützt Familien mit schwer oder lebensbedrohlich erkrankten Kindern. Ausgebildete Familienbegleiter entlasten die Eltern, indem sie zum Beispiel die Kinder zeitweise betreuen oder Behördengänge koordinieren. Diese Familien fühlen sich oft allein gelassen oder überfordert. Durch uns erhalten alle Familienmitglieder mehr Raum, Zeit und Kraft in ihrem Leben. Mittlerweile arbeiten 100 Familienbegleiter in 100 Familien – ehrenamtlich.

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