Nominiert für den Deutschen Engagementpreis
Projekte im Spotlight
Interessengemeinschaft Alter Markt in Halle (Saale)
August
![]() | /e-politik.de/ e.V. |
"Wir glauben, dass politisches Basiswissen unabhängig von Parteien und Verlagen jedem zugänglich sein sollte."
Jungen Menschen wird oft Desinteresse an politischen und gesellschaftlichen Themen unterstellt - doch stimmt das überhaupt? Vieles spricht dagegen, und dazu gehört auch der Verein /e-politik.de/ e. V., der mit dem Onlinemagazin www.e-politik.de ein Informations- und Wissensportal für Jugendliche und Erwachsene anbietet. Zahlreiche junge AutorInnen verfassen dort auf ehrenamtlicher Basis Artikel zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit.
Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft bilden die großen Themenkomplexe von /e-politik.de/. Zusätzlich werden Dossiers und ein politisches Feuilleton angeboten, in dem auch die unterhaltsame Komponente nicht zu kurz kommt. Sowohl interessierte Laien als auch wissenschaftlich Ausgebildete - /e-politik.de/ spricht mit der Vielfalt der Beiträge alle Leser an und macht Lust auf Wissen.
Neben politischer Information und Bildung hat sich der Verein noch ein anderes Ziel gesetzt: die journalistische Nachwuchsförderung. Nicht nur Journalisten und Wissenschaftler, die regelmäßig publizieren, sondern auch Studenten und Absolventen ohne bisherige Veröffentlichungen können Autoren werden - politisches Interesse und fundierte Kenntnisse vorausgesetzt. So ist es den Gründern von /e-politik.de/ gelungen, einen integrativen Ansatz mit hoher Qualität der Beiträge zu verbinden.
Fotos: © /e-politik.de/ e. V.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung, Kultur, Politik
![]() | Cafeteria-Mütter der Freiherr-vom-Stein-Schule Eppstein |
"Unser Angebot trägt dazu bei, allen Kindern einen guten Start in den Tag zu ermöglichen."
Ein voller Bauch studiert nicht gern - ein leerer aber erst recht nicht. Doch leider kommen in Deutschland selbst in wohlhabenden Gegenden immer mehr Kinder ohne Frühstück zur Schule und sind auch für die Pausen nicht optimal mit gesundem Essen versorgt. Um diese Situation zu ändern, haben sich an der Freiherr-vom-Stein-Schule im hessischen Eppstein die Cafeteria-Mütter zusammengetan. Unter der Leitung von Astrid Knigge und Ursula Falk (Foto) sorgt ein Team von ca. 60 Müttern, Großmüttern und Vätern täglich dafür, dass die SchülerInnen mit nahrhaften Zwischenmahlzeiten versorgt werden.
Neben dem Gedanken an gesunde Ernährung spielt auch der soziale Aspekt eine Rolle: Die Preise für die belegten Brötchen, für Obst und kleine Gemüse-Snacks sind sehr niedrig, sodass Kinder aus schwächeren finanziellen Verhältnissen nicht außen vor bleiben müssen. Zudem sorgt die Zusammenarbeit von Eltern und Großeltern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen für ein starkes Gemeinschaftsgefühl und eine gute Integration der Familien. Ein Ziel für die Zukunft ist es, dass auch die Schüler selbst verstärkt am Cafeteria-Betrieb mitwirken.
Trotz der günstigen Preise erwirtschaften die Cafeteria-Mütter jährlich einen Überschuss, der wiederum den Schülern zugute kommt: So werden z. B. Neuanschaffungen für die Schulbibliothek unterstützt und Zuschüsse für Lernmittel an finanziell schwächere Schüler bereitgestellt. Auch auf besondere Herausforderungen reagieren die Cafeteria-Mütter mit Kreativität und Elan: Nachdem große Teile der Schule und somit auch die Cafeteria-Räumlichkeiten vor zwei Jahren durch einen Brand unbenutzbar wurden, ersteigerten die Mütter einen gebrauchten Imbisswagen und richteten ihn zusammen mit Schülern und Lehrern her. Seitdem dient der fröhliche Wagen als neuer Verkaufsort und macht zusammen mit seinen BetreiberInnen das Schulleben ein bisschen bunter.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung, Soziales
![]() | Kazim Erdogan - Aufbruch Neukölln e. V. |
"Ich rede und schreibe nicht viel, handele aber sehr schnell."
Dass Integration am besten gelingen kann, wenn sie "keine Einbahnstraße" ist, zeigt Kazim Erdogan bereits seit vielen Jahren. Er ist Vorsitzender des Vereins Aufbruch Neukölln e. V., der sich für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in seinem Berliner Bezirk engagiert. Ebenso ist er in der Initiative Neukölln aktiv, die Familien mit türkischer und arabischer Herkunft unterstützt.
Kazim Erdogan wuchs in der Türkei auf und kam 1974 nach Deutschland. Er arbeitet beim Psychosozialen Dienst des Bezirksamts Neukölln. Seine Kenntnisse als Psychologe setzt er rund um die Uhr und mit großem Elan nicht nur beruflich, sondern auch für sein freiwilliges Engagement ein: Er leitet Väter- und Männergruppen für Männer mit Migrationshintergrund und lädt Eltern in Schulen und Kitas ein, um in verschiedenen Sprachen über die Bildung und Erziehung der Kinder zu informieren. Zudem initiiert er von einer Sozialapädagogin geleitete Gesprächsrunden für türkische Frauen und Mütter sowie für Frauen, die infolge einer Familienzusammenführung nach Deutschland gekommen sind und hier oft weitgehend isoliert leben.
Darüber hinaus organisiert Kazim Erdogan eine mobile soziale Beratung für die Einwohner des Bezirks und hat im Jahr 2006 das Pilotprojekt Woche der Sprache und des Lesens in Neukölln ins Leben gerufen, an dem sich meherere hundert ehrenamtliche HelferInnen beteiligen. Mehrmals pro Monat treffen sich zudem Menschen im generationenübergreifenden Gesprächskreis Unser Neues Dorf, in dem familiäre Probleme und Schwierigkeiten in der Kommunikation gemeinsam diskutiert werden. Mit dem Projekt Miteinander Reden, Gemeinsam Erleben, Zusammen Bewegen zielt Kazim Erdogan darauf ab, durch gemeinsame Freizeitaktivitäten von deutschen und Migrantenfamilien Berührungsängste abzubauen und die Kommunikation untereinander zu fördern.
Einige seiner Projektansätze erzielten bundesweite Resonanz und wurden auch bereits in anderen Städten übernommen. Kazim Erdogan ist es gelungen, mit seinen Ideen nicht die Anpassung zu betonen, sondern die gegenseitige Bereicherung. Integration und ein harmonisches Zusammenleben verschiedener Kulturen können kompliziert sein - aber manchmal auch ganz einfach...
Das kürzlich im Diederichs Verlag erschienene Buch Halbmondwahrheiten von Isabella Kroth porträtiert verschiedene Männer aus dem Umfeld der Selbsthilfegruppe von Kazim Erdogan - und auch ihn selbst.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung, Kultur, Soziales
![]() | Puchheimer Seniorenschreibtisch |
"Unsere Texte sollen ein Stück unseres Lebens darstellen und Verstehen für menschliches Handeln wecken."
Manche Talente sind wie gute Weine - erst mit einer gewissen Reife kommt ihr ganzes Spektrum zur Entfaltung. Dafür gibt es wohl kaum einen besseren Beweis als die Gruppe des Puchheimer Seniorenschreibtischs. Seit gut 15 Jahren treffen sich dort Männer und Frauen, um zusammen zu schreiben und entstandene Werke miteinander zu diskutieren.
Der 77-jährige Dr. Peter Weinhold leitet den Schreibkreis seit 2006. Ein Dutzend Personen aus dem Puchheimer Seniorenbeirat schreiben in diesem Rahmen Gedichte, Kurzgeschichten und kleinere Fabeln. Fiktiv oder selbst erlebt, nachdenklich, traurig oder lustig - alles ist dabei. In gegenseitiger Hilfe lektorieren und korrigieren die SchreiberInnen ihre Texte. Und greifbare Resultate gibt es auch: Alle zwei Jahre entsteht eine Anthologie mit einer Auswahl von Werken. Hierzu werden auch andere Senioren aus der Umgebung, die nicht am Seniorenschreibtisch teilnehmen, zur Einreichung von Texten aufgerufen. Manch ein Kenner würde sich wundern, welche Schätze in diesen Sammelbänden enthalten sind.
Die Anthologien finden großen Anklang und tragen sich mittlerweile selbst. Bei Bedarf wird der Seniorenschreibtisch zusätzlich von der Gemeinde Puchheim gefördert, die erkannt hat, dass ältere Menschen noch viel zu geben haben. Mit PC und Feder entstehen Werke, die nicht nur den Ort Puchheim, sondern auch die überregionale literarische Kultur bereichern.
Mit PC und Feder. 7. Band der Puchheimer Seniorenbücher. Puchheim 2008. (Die nächste Anthologie erscheint im Herbst dieses Jahres.)
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Kultur
Juli
![]() | Projekt JuKi - Jugend für Kinder |
"Unser schönster Erfolg ist, dass sich unsere Patenkinder toll entwickeln."
Alle Kinder sollten gleiche Bildungschancen haben - dem wird wohl kaum jemand wiedersprechen, und doch bestehen in Deutschland teilweise noch immer eklatante Unterschiede zwischen Kindern deutscher Herkunft und solchen mit Migrationshintergrund sowie zwischen Kindern aus wohlhabenden und sozial schwachen Verhältnissen. An diesem Missstand störten sich Julika Pfeiffer und ihre Freunde. Damals selbst noch Kinder, gründeten sie vor vier Jahren das Projekt JuKi - Jugend für Kinder, das sich für die Bildung von benachteiligten Kindern stark macht.
Die Jugendlichen, alle zwischen 11 und 15 Jahren, gehen in Kindergärten und lesen vor, um einen spielerischen Umgang mit Sprache zu fördern. Sie übernehmen individuelle Patenschaften für einzelne Kinder, sammeln Spenden, um Bücher bereitzustellen, und unterstützen darüber hinaus ein Bildungsprojekt für Waisen und obdachlose Kinder in Nigeria. Dort profitieren mittlerweile schon die Kinder eines ganzen Dorfes von der Bildungsinitiative.
Vieles kann sich ändern, wenn Menschen nicht wegschauen, sondern solidarisch sind. Dass auch Jugendliche schon Großes bewirken können, haben Julika und ihre Mitstreiter bereits bewiesen.
Preiskategorie: Schwerpunkt 2010: Jugendengagement (in allen Bereichen, bis 25 Jahre)
Engagementbereich: Bildung, Soziales
![]() | Sharkproject International e. V. |
"Wenn der Hai geht, geht auch der Mensch."
Geheimnisvoll und fremd, gefürchtet und bestaunt - der Hai ist ein Tier der Gegensätze. Wie so viele Meerestiere ist er vom Aussterben bedroht. Durch Eingriffe des Menschen sind die Hai-Bestände bereits stark geschrumpft - die Tiere werden gejagt, getötet und für die Lebensmittelindustrie, für Schmuck oder Medikamente verarbeitet. Neben aller Tragik für die Tierart selbst ist dies auch ein Problem für das Ökosystem der Erde, denn in der Nahrungskette der Meere sind Haie unverzichtbar.
Von großer Bedeutung ist deswegen der Einsatz von Organisationen wie Sharkproject International e. V. Die Mitstreiter und der Präsident Gerhard Wegner (Foto) setzen sich mit unterschiedlichsten Aktionen gegen die Ausrottung der Haie in den verschiedenen Weltmeeren ein. Der Verband betreibt eine umfassende Website, organisiert Info-Vorträge und Schulprogramme, startet Protestaktionen und verleiht jährlich die Shark Guardian- und Shark Enemy-Awards.
Auf einige Erfolge kann das Sharkproject bereits zurückblicken: So verzichten zahlreiche Geschäfte und Restaurants mittlerweile auf den Verkauf von Hai-Produkten, und in einigen Regionen wurden Fang- und Handelsverbote für Haie erzielt. Auch Prominente wie z. B. der Schauspieler Hannes Jaennicke und Queen-Gitarrist Brian May unterstützen den Einsatz für die faszinierenden Tiere.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Umwelt
![]() | Schrei für dein Recht |
"Wenn einfaches Sprechen nicht gehört wird, dann schreien wir eben, anstatt zu verstummen."
Ehrlich, engagiert und kein bisschen leise - Schrei für Dein Recht ist eine Kampagne, die sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen für das Thema Menschenrechte zu sensibilisieren und sie zum Handeln gegen Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen zu motivieren.
Selbst schon lange engagiert für Menschenrechte, fanden Marc Ludwig und seine Mitstreiter vor allem in den visuellen Medien ein Defizit, das sie mit ihrer Kampagne füllen möchten. Die herkömmlichen Informationswege über Eltern und Bildungseinrichtungen reichen für die Menschenrechtsbildung Jugendlicher nicht mehr aus - dabei müssten gerade junge Menschen erreicht werden, denn sie "prägen neue Werte und Verhaltensweisen, die maßgebend sind für die Entwicklung unserer Gesellschaft", so Marc Ludwig.
Mit einem Kino-Spot, der Kampagnenwebsite und einer starken Präsenz in zahlreichen Netzwerken verbreitet die Initiative ihre Ziele und wird dabei von verschiedenen großen Organisationen wie z. B. Unicef und Brot für die Welt unterstützt. Nicht resignieren, sondern handeln; die eigene Stimme erheben und sie denen leihen, die keine haben - das ist die Botschaft, die gehört werden soll.
Preiskategorie: Schwerpunkt 2010: Jugendengagement (in allen Bereichen, bis 25 Jahre)
Engagementbereich: Soziales
![]() | ACADEMY - ein Projekt der GASAG und des Vereins der Alten Feuerwache e.V. |
"Niemand ist ausgeschlossen, jeder arbeitet gemeinsam mit den anderen an sich selbst."
Das Berliner Energieunternehmen GASAG ist Initiator des Sozialsponsoringprojekts ACADEMY - eine Bühnenkunstschule für Berliner Jugendliche. Der Verein der Alten Feuerwache e.V. entwickelte das Projekt, innerhalb dessen Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren von fachlich qualifizierten Dozenten Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht bekommen.
Aus den zahlreichen Bewerbungen werden die Jugendlichen durch Castings ausgewählt. Neben der fachlichen Ausbildung in regelmäßigen Unterrichtseinheiten ist es ein wichtiges Ziel von ACADEMY, das Miteinander von jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern, Vorurteile abzubauen und gemeinsam etwas zu erschaffen. Am Ende der einzelnen Trainings-Etappen und nach Abschluss des Workshops stehen Aufführungen vor Publikum, in denen die Jugendlichen ihre Leistungen präsentieren können.
Das Projekt, das seit 2003 besteht, wurde 2008 um die juniorACADEMY erweitert. In diesem Rahmen wurde die Zusammenarbeit mit dem KinderJugendKulturZentrum (KiJuKuZ) der Alten Feuerwache e.V. intensiviert und damit eine verstärkte Einbeziehung des direkten sozialen Umfeldes der Jugendlichen verstärkt.
Foto: © Etienne Girardet, www.pacificografik.de
Preiskategorie: Wirtschaft
Engagementbereich: Kultur, Soziales
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Juni
![]() | Anuas - Hilfsorganisation für Gewaltopfer mit integrierter Selbsthilfegruppe e.V. |
"Innerhalb unserer Selbsthilfegruppe finden die Menschen Verständnis."
Schicksalsschläge wie der gewaltsame Tod oder der Suizid eines nahestehenden Menschen können jeden treffen. Und doch sind solche Themen immer noch Tabus - Schock und Trauer auf Seiten der Betroffenen steht oftmals die Hilflosigkeit des Umfelds gegenüber. Nicht wenige Menschen verzweifeln an einer solchen Situation.
Die Hilfsorganisation Anuas e.V. bietet mit der ihr zugehörigen Selbsthilfegruppe Unterstützung für Menschen an, die unter Mord-, Tötungs-, Suizid- oder Vermisstenfällen von Verwandten oder Freunden leiden. In der gemeinsamen Begegnung stehen Zuhören und Mitgefühl, aber auch die Neu-Gestaltung der eigenen Zukunft im Mittelpunkt.
Neben den Treffen der Selbsthilfegruppen organisiert Anuas e.V. auch Expertengespräche am "Runden Tisch" sowie ein Internet-Forum, in dem sich Betroffene online austauschen können.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Politik, Soziales, Sonstiges
![]() | Freundeskreis Lahnstein für Friedensdorf International |
"Selten sind Freude und Leid so nah beieinander."
Für viele Eltern in Deutschland eine schlimme Vorstellung - in anderen Ländern der Welt bittere Realität: In zahlreichen Kriegs- und Krisengebieten sterben Kinder noch immer an schweren, aber auch an eigentlich harmlosen Krankheiten oder Verletzungen. Friedensdorf International setzt sich für eine ausreichende medizinische Versorgung dieser Kinder ein. Hierzu werden sowohl die Behandlungsmöglichkeiten im Heimatland verbessert, als auch Kinder nach Deutschland geholt, die intensiver medizinisch betreut werden müssen, als es vor Ort möglich ist. Freiwillige HelferInnen, u. a. aus dem Freundeskreis Lahnstein, begleiten die Kinder bei der Reise und auch während ihres Aufenthalts.
Eine dieser Engagierten ist die 23-jährige Melanie Erlenbach, die schon seit vielen Jahren im Friedensdorf International mithilft. "Was müssen diese Eltern für ein Vertrauen aufbringen zu uns Weißen, die sie gar nicht kennen, um ihr Kind für so lange Zeit in ein Land mitzugeben, das sie auch nicht kennen?", fragt sie sich, überwältigt von den Erlebnissen und Eindrücken ihrer Reise nach Angola. Doch Menschen wie Melanie zeigen immer wieder aufs Neue, dass sie dieses Vertrauen verdienen.
Preiskategorie: Schwerpunkt 2010: Jugendengagement (in allen Bereichen, bis 25 Jahre)
Engagementbereich: Soziales
![]() | Freundeskreis Himmelgeister Kastanie |
"Die Natur benötigt uns nicht, wir benötigen die Natur. Jeder gefällte Baum ist ein Ast weniger, auf dem wir Menschen und Tiere sitzen."
Alles begann im Jahr 2006, als die Himmelgeister Kastanie gefällt werden sollte. Andreas Vogt und seine Mitstreiter engagierten sich für die Rettung des Baumes. Nachdem dies erfolgreich gelungen war, gründeten sie den „Freundeskreis Himmelgeister Kastanie“, der sich für Natur, Tiere und Menschen stark macht. Seit 2007 ist die Himmelgeister Kastanie ein Baum mit eigener offizieller Postanschrift. Kinder und Erwachsene können dem Baumgeist „Jüchtwind“ über diese Adresse Briefe schreiben.
Klingt wie im Märchen? So ist es auch ein wenig, und doch sind die Inhalte der Briefe ganz real und oftmals nah am Kern des Lebens: es geht um schmerzliche Erlebnisse wie Krankheit, Trennung und Tod, aber auch um die schönen Seiten des Lebens wie Geburt und Lebensfreude. Nicht zuletzt sind Umweltschutz und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur ein Thema.
Mit der persönlichen Beantwortung der Briefe möchten die Engagierten „Lebenszeit verschenken, Mut, Hoffnung und Motivation geben“. Außerdem organisieren sie Benefizaktionen für Kinderhilfsdienste und Kinderhospize. Langfristig hat sich der Freundeskreis das Ziel gesetzt, in jedem Land Europas und am besten der ganzen Welt einen Baum mit Briefkasten und Postanschrift entstehen zu lassen.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung, Soziales, Umwelt, Kultur
![]() | Christoph Metzelder-Stiftung |
"Jedem Kind eine faire Chance auf schulische und berufliche Verwirklichung zu geben, ist die Pflicht einer gleichen und gerechten Gesellschaft."
Der bekannte Nationalspieler Christoph Metzelder hat vor vier Jahren seine Stiftung gegründet. Seitdem hat sie mit dem Fokus auf Kindern und Jugendlichen in Deutschland schon in vielen Bereichen wertvolle Arbeit geleistet. Ganz besonders liegen Christoph Metzelder und seinen Mitstreitern die Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungschancen sowie die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund am Herzen.
In Kooperation mit anderen Organisationen und öffentlichen Trägern sorgt die Stiftung im Umkreis von Essen für Fortbestand oder Erweiterung bereits bestehender Angebote wie z. B. Hausaufgabenbetreuung und Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche. Auch eigene, neue Projekte werden ins Leben gerufen: Mit der Initiative „immersatt“ ergänzt die Stiftung die von ihr organisierte konstante Hausaufgabenbetreuung in einem Jugendclub um warme Mahlzeiten.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung
Mai
![]() | Schülermitverantwortung der Förderschule Munderkingen – Projekt Munderkinger Kinderkino „MuKiKi“ |
"In der Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit liegt die Stärke unseres Projektes."
Mit dem Projekt MuKiKi setzt sich die 14jährige Schülerin Christina Haar zusammen mit ihren Mitschülern für ein kommunales Kino-Angebot von Kinderfilmen ein, das den Kindern der Grundschule und der Kindergärten in Munderkingen und Umgebung zur Verfügung stehen soll.
Schon seit zehn Jahren sorgen die Jugendlichen der Schülermitverantwortung an der Förderschule Munderkingen für dieses Angebot. Aus dem Erlös des Kinos wird das Projekt weiter finanziert und es werden Spielsachen für die Kinder angeschafft. Jährlich kommen neue junge Leute dazu, die beim MuKiKi mitmachen.
"Die Schüler, die sich für das MuKiKi engagieren, haben es zu weiten Teilen selbst nicht leicht im Leben: sie kämpfen mit Lernschwierigkeiten und brenzligen sozialen oder finanziellen Verhältnissen. Nichtsdestotrotz sind sie bei ihrem Engagement verlässlich und motiviert bei der Sache", so der Nominierende, Schulleiter der Förderschule Munderkingen.
Preiskategorie: Schwerpunkt 2010: Jugendengagement (in allen Bereichen, bis 25 Jahre)
Engagementbereich: Bildung, Soziales
![]() | Chance auf Bildung – Zeit für Kinder e.V. |
"Die Freude der von uns begleiteten Kinder und Jugendlichen über ihre Erfolge ist mehr wert als jede Bezahlung!"
Der Verein Chance auf Bildung – Zeit für Kinder e.V. engagiert sich seit einem Jahr für Kinder, die weder in ihrem zu Hause noch in der Schule eine ausreichende Förderung und Unterstützung erhalten.
An zahlreichen Schulen gibt es Schüler, die vernachlässigt sind, weil weder die Eltern noch die Lehrer genügend Kapazitäten haben, um sich ausreichend und gut um sie zu kümmern.
Chance auf Bildung – Zeit für Kinder e.V. vermittelt Ehrenamtliche an Kindergärten und Schulen, die sich dort mit den Kindern beschäftigen und Zeit mit ihnen verbringen. Zusätzlich arbeiten qualifizierte Fachkräfte für den Verein, welche die Förderung und Betreuung noch einmal intensivieren. Darüber hinaus vermittelt der Verein dauerhafte Patenschaften, innerhalb derer sich Erwachsene über mehrere Jahre hinweg Zeit für ein Kind oder einen Jugendlichen nehmen und ihn in seiner Entwicklung begleiten und fördern. Neben der direkten Arbeit mit den Schülern betreibt der Verein zusätzlich Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um Eltern, Schulen und die Politik immer wieder daran zu erinnern, ihren pädagogischen Aufgaben nachzukommen.
Ziel des Vereins ist es, Sprache, Bildung und Integration zu fördern und junge Menschen für ein eigenverantwortliches Leben und soziales Miteinander zu qualifizieren.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung
![]() | Pro Fairness gegen Mobbing – Stimmen und Gesichter gegen Mobbing |
"Wir wollen motivieren für einen fairen und menschlichen Umgang in allen gesell-schaftlichen Bereichen."
Die Online-Bürgerinitiative mobbing-web.de setzt sich mit ihrem Gründer Klaus-Dieter May bereits seit 1999 gegen Mobbing und für einen fairen und respektvollen Umgang der Menschen miteinander ein. Auf der Internet-Plattform werden Informationen und Unterstützung rund um die Themen Mobbing, Arbeitsschutz, Diskriminierung u.v.m. angeboten. Beteiligen können sich alle engagierten Arbeitnehmer, Arbeitgeber sowie Sachverständige.
Mobbing-web hat sich zudem zwei breit angelegte Ziele gesteckt: die Stärkung von privaten Bürgerinitiativen insgesamt und die Institutionalisierung eines bundesweiten „Anti-Mobbing-Tages“.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Soziales
![]() | LegaKids |
"Die Zahl der Menschen, die kaum oder nicht lesen können, darf nicht weiter steigen - sie muss sinken."
LegaKids kümmert sich um Kinder mit Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche und bietet über die Internet-Plattform Legakids.net konkrete Informationen, Tipps und Unterstützung an. Das im Jahr 2005 gegründete Projekt richtet sich an betroffene Kinder, deren Eltern und auch an Pädagogen und Lehrer.
Für die Kinder werden ihre Probleme, denen sie oftmals recht hilflos gegenüberstehen, altersgerecht erklärt. Außerdem werden spezielle Aufgaben und Lernübungen angeboten, die ihnen einen spielerischen und angstfreien Zugang zum Thema ermöglichen sollen. Eltern finden Informationen zur Früherkennung, und für Lehrer wird von KegaKids.net Lernsoftware und Fachliteratur getestet.
Inzwischen ist LegaKids das größte LRS-Projekt im deutschsprachigen Raum. Das umfangreiche Angebot wird von ehrenamtlich engagierten Menschen zur Verfügung gestellt und täglich von vielen hundert Kindern, Eltern und Lehrern genutzt. Auch auf Kongressen und Tagungen ist die Initiative mittlerweile oft vertreten.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor & Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung, Soziales
Die Auswahl der dargestellten Projekte erfolgt zufällig und lässt keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Nominierungen zu.


















